Yoga - Kultur oder Praxis?

 

Wie Yoga langsam von Indien aus die ganze Welt erobert!

 

Indien ist der Traumort für viele Yogis. Yoga ist wesentlich eine spirituelle Disziplin, die auf einer sehr bedachtsamen Wissenschaft basiert. Der Fokus liegt auf das Herstellen von Harmonie zwischen Körper und Geist. Das Wort Yoga findet seinen Ursprung in den Wurzeln des Sanskrits. ‘Yuj’ bedeutet so viel wie „vereinigen“. Die Praxis des Yogas führt zur Vereinigung des individuellen Bewusstseins mit dem universellen Bewusstsein, wobei die Harmonie von Körper und Geist im Vordergrund steht. Mit der Erfahrung des „EINS-SEINS“ haben die Yogis einen Status von Frieden erreicht, auch genannt als mukti, nirvana oder moksha. So hat Yoga das Ziel der Selbstverwirklichung, um das menschliche Leiden im Zustand von Befreiung (Moksha) oder Frieden (Kaivalya) zu finden.

 

Die Periode zwischen 500 vor Christus bis 800 nach Christus wird als die klassische Periode angesehen. Während dieser Zeit wurde Yoga kultiviert. Diese Periode kann hauptsächlich den religiösen Lehrern von Indien zugeschrieben werden (Mahavir und Buddha). Das Konzept der fünf Gelöbnisse - Pancha Mahavrata – oder des achtfachen Pfades von Buddha kann als die frühe Natur des Yoga Sadhana zugeordnet werden. Wir finden mehr explizite Erklärungen in Bhagawadgita, welches ein ausgearbeitetes Konzept des Gyan Yogas, Bhakti Yogas und Karma Yogas hervorgebracht hat. Diese drei Typen des Yogas sind immer noch die größten Beispiele für menschliche Weisheit.

 

Die Periode zwischen 800 nach Christus bis 1700 nach Christus wird der klassischen Phase zugeordnet. Die Lehren des Suradasa, Tulasidasa, Purandardasa, Mirabai waren die berühmtesten Referenten während dieser Periode.

 

Die moderne Periode des Yogas beschreibt die Zeitspanne von 1700 bis 1900 nach Christus. In dieser Zeit haben die Yogacharyas - Ramana Maharshi, Ramakrishna Paramhansa, Paramhansa Yogananda, Vivekananda etc. an der Entwicklung des Raja Yogas mitgewirkt. In dieser Phase florierten Vedanta, Bhakti Yoga, Natha Yoga oder Hatha Yoga.

 

In der heutigen Zeit praktizieren die Menschen Yoga, weil sie ihre Gesundheit erhalten wollen. Während der letzten 60 - 70 Jahre hat sich Yoga sehr weit in der Welt verbreitet. Im Yoga nimmt man verschiedene Stellungen ein, wobei die Achtsamkeit auch auf den Atem gerichtet ist. Yoga wirkt sowohl auf den Körper als auch auf den Geist. Das Trainieren von Geduld ist dabei unabdingbar. Yoga wirkt sich positiv auf das Schmerzempfinden aus. Eine positive Wirkung hat Yoga auch bei Depressionen und Angststörungen. Sogar bei Schlafstörungen soll es sehr hilfreich sein.

 

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Yoga als Vorbeugungsmaßnahme und gegen Stress wirkt. Daher zahlen die Krankenkassen heute auch Yogakurse. Yoga bietet eine Möglichkeit, den Blick nach innen zu richten und dient somit dem eigenen spirituellen Pfad.